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Interview mit Eszter Jopp – Gesundheitstourismus

Sehr geehrte Frau Jopp, womit beschäftigt sich die FirstMed Services?
Eszter JoppSeit 1998 organisieren wir Gesundheitsreisen aus unterschiedlichen europäischen Ländern nach Ungarn. Wie bekannt ist, werden in gesamt Europa die Zuschüsse der Krankenkassen immer weiter gekürzt, die Behandlungskosten bleiben jedoch konstant hoch. Aus diesem Grund entscheiden sich immer mehr Patienten für eine Behandlung im Ausland. Unser Hauptgeschäftsfeld ist die Zahnbehandlung. Wir organisieren jedoch auch weitere Behandlungen wie z. B. Schönheitsoperationen, Gesundheitschecks oder Augenlasereingriffe. Zurzeit organisieren wir über 1.500 Reisen nach Ungarn pro Jahr, hauptsächlich aus dem deutschen und italienischen Sprachraum.

Wie hoch ist der Sparfaktor im Vergleich mit dem Zufriedenheitsfaktor Ihrer Patienten, die sich in Ungarn haben behandeln lassen?
Der Zufriedenheitsfaktor liegt unseren Kundenumfragen zufolge bei fast 100 %. Der Großteil unserer Patienten kommt regelmäßig nach Ungarn und kombiniert die Behandlung oft mit einem sehr attraktiven Rahmenprogramm in Budapest, einer der schönsten Städte Europas. Die Einsparungsmöglichkeit für Behandlungen in Ungarn liegt bei bis zu 70 % im Vergleich zu identischen Behandlungen hier in Deutschland, inklusive der Reisekosten.

Warum entscheiden sich Patienten für eine Zahnbehandlung im Ausland?
Aufgrund der unsicheren Gesamtsituation im Gesundheitswesen wächst das Interesse der Patienten, sich selbst über Krankheiten und Behandlungsmethoden zu informieren und somit direkten Einfluss auf Ihre eigene Gesundheitsversorgung zu nehmen. Im Fokus stehen hier verständlicher Weise die Qualität und die Kosten der Behandlung.
In diesem Wettbewerb steht Ungarn in einer sehr guten Position. Die Patienten haben heute die Möglichkeit, sich in allen Mitgliedsländern der EU behandeln zu lassen, ohne dabei auf den gesetzlich festgeschriebenen Zuschuss der Krankenkassen verzichten zu müssen. Wenn eine Zahnbehandlung in Ungarn bis zu 70 % günstiger, jedoch qualitativ identisch mit der Behandlung in Deutschland ist, sprechen die Zahlen für sich.

Frau Jopp, was spricht aber gegen eine Behandlung im Ausland?
Auf der rationellen Ebene gibt es keinen Grund der gegen eine Behandlung im Ausland spricht. Es gibt jedoch eine Menge Berührungsängste, wenn es um Behandlungen in einem anderen Land geht. Die größten Unsicherheiten bestehen in der Qualität der Behandlungen und der vermuteten sprachlichen Barrieren. Sprachliche Barrieren gibt es keine, da alle Ärzte und behandelndes Personal fließend deutsch sprechen. Den Unsicherheiten der Behandlungs- und Reisequalität hoffen wir u. a. mit dem uns nun verliehenen Qualitätszertifikat begegnen zu können. Und wir sind uns sicher, wer zu uns kommt, verlässt unsere Kliniken mit einem Lächeln.

Sie gelten derzeit als Marktführer in Sachen Gesundheitsreisen nach Ungarn. Wie stark sind Ihre Leistungen im jeweiligen Zielland und wie machen Sie sich bei Ihren potentiellen Patienten bekannt?
Wir investieren einen großen Teil unserer Ressourcen in unsere Internetpräsenz. Mit brandaktuellen Informationen und wechselnden attraktiven Angeboten für unsere Patienten, versuchen wir unsere Position im Markt zu festigen.  Hinzu kommt unsere Präsenz auf nationalen und internationalen Reise- und Gesundheitsmessen. Hier haben alle Interessenten die Möglichkeit, unsere Mitarbeiter persönlich kennen zu lernen und  einen unserer Fachärzte zu konsultieren, der alle Fragen kompetent beantwortet. So kann der zukünftige Patient sehen, dass sein Anliegen ernst genommen und mit ihm in seiner Muttersprache kommuniziert wird. Auch das hilft, Unsicherheiten bereits im Vorfeld zu mindern und auf eine unkomplizierte Behandlung im Anschluss vorzubereiten. Die wichtigste Werbung – und Basis unseres großen Erfolges – ist die Weiterempfehlung von Mensch zu Mensch, denn nichts ist so wertvoll wie ein zufriedener Patient.

Wodurch erhalten Sie Ihre Marktposition trotz der immer mehr werdenden Mitbewerber?
Es gab Zeiten, in denen reichte es für den Marktführer aus, ein Panoramaröntgengerät in der Klinik einzusetzen. Diese Zeiten sind zum Glück vorbei. Heute wird ein viel umfangreicheres Qualitätsspektrum seitens unserer Patienten erwartet. Daher sind wir stolz darauf, sagen zu dürfen, dass wir ausschließlich mit Kliniken zusammenarbeiten, deren Mitarbeiter und eingesetzte Materialien den höchsten Qualitätsansprüchen genügen. Der Großteil der eingesetzten Materialien kommt aus Deutschland, Schweden und der Schweiz. Wer erfolgreich sein will, muss manchmal den ersten Schritt in die richtige Richtung machen. Und den Weg der Qualität gehen wir ganz konsequent weiter. Aus diesem Grund geben wir eine fünfjährige Garantie auf Behandlungsleistungen und gehen damit weit über die Garantiebestimmungen der Gesetzgeber hinausgeht. Um dem Patienten die bestmögliche Behandlung in einem immer kürzer werdenden Zeitraum ermöglichen und garantieren zu können, haben wir bereits seit fünf Jahren ein eigenes und unabhängiges Labor.

Wie wählen Sie Ihre Ärztepartner aus?
Für uns stehen Zuverlässigkeit und Qualität im Vordergrund einer Zusammenarbeit. Aus diesem Grund hat sich in den vergangenen Jahren die Zusammenarbeit mit den zahnärztlichen Partnerkliniken als Basis einer qualitativ hochwertigen Behandlung unserer Patienten entwickelt. Alle Partnerkliniken sind mit modernsten Geräten ausgestattet und befinden sich in den für Besucher, Gäste und Patienten in zentraler Lage der sehenswürdigen Stadt Budapest.
Alle behandelnden Ärzte sind mehrsprachig, haben eine Ausbildung im Ausland genossen, bilden sich regelmäßig fort und halten internationale Vorträge vor fachkundigem Publikum. Qualität und Beständigkeit sind für uns daher die wesentlichen Merkmale, die ein Kooperationspartner mitbringen muss.

Wodurch stellen Sie Ihre hohen Qualitätsanforderungen heute und auch in der Zukunft sicher?
Jüngst ist auch in Ungarn eine immer stärker werdende Nachfrage nach einem Qualitäts-Management zu beobachten. Viele ungarische Unternehmen legen großen Wert auf TÜV- oder ISO-Zertifizierungen. Wir haben uns für ein Qualitätszertifikat der TEMOS GmbH entschieden, das speziell auf die Bedürfnisse und Anforderungen des Gesundheitstourismus konzipiert ist. Gemeinsam mit dem VitalCenter wurden wir am 11.09.2010 als erstes ungarisches Unternehmen und als eines der ersten Unternehmen weltweit TEMOS-zertifiziert.

Es gibt viele unterschiedliche Qualitätszertifikate wie TÜV, ISO 9001 u. a. Warum haben Sie sich für ein Qualitätszertifikat der TEMOS entschieden?
Wie Sie ganz richtig bemerken, gibt es unterschiedliche Qualitätszertifikate. Diese Zertifikate werden nicht nur von unterschiedlichen Institutionen vergeben, sondern fokussieren auch unterschiedliche Aspekte der Qualitätssicherung. Für uns war es wichtig, ein Qualitätssiegel einer kompetenten und neutralen Prüfungsanstalt zu erhalten, deren fachlicher Schwerpunkt mit unserem Geschäftsmodell übereinstimmt. Was nützt uns ein Qualitätssiegel, das sich mit anderen Themen befasst als wir es täglich tun? Daher gab es für uns nur die TEMOS GmbH. Die in Köln beheimatete TEMOS GmbH (www.temos-worldwide.com) fokussiert die weltweite Verbesserung des ärztlichen Leistungsportfolios unter Qualitätsgesichtspunkten.
Um eine gute ärztliche Versorgung für einheimische und ausländische Patienten sicher zu stellen, prüft die TEMOS GmbH Krankenhäuser, Kliniken und Praxen im Rahmen von lebensrettenden Notbehandlungen oder geplanten Behandlungen im Rahmen des Gesundheitstourismus. Die Grundlage der Qualitätsprüfung ist ein standardisiertes Verfahren, an dessen Ausarbeitung Reiseversicherer, Qualitätsprüfungsanstalten, Ärzte, Wissenschaftler und Mitarbeiter des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt beteiligt waren.
Hauptkriterien neben der ärztlichen Versorgung sind die Vor- und Nachsorge, die nichtärztlichen Dienstleistungen, die Dokumentation und die Abrechnung mit den Versicherungen. Alle Krankenhäuser, Kliniken und Praxen weltweit dürfen sich für die TEMOS-Zertifizierung bewerben. Für Versicherungen, Ärzte und Patienten steht eine kostenlose Liste aller zertifizierter Institute zur Verfügung. Die Tatsache, dass unser Angebot und unser Service in Zusammenarbeit mit dem  VitalCenter TEMOS-zertifiziert wurde, stellt für unsere Patienten eine offizielle und unabhängige Qualitätssicherung dar und schafft nicht zuletzt dadurch zusätzliches Vertrauen, dass dieses Qualitätssiegel alle drei Jahre durch die TEMOS GmbH erneuert werden muss.

Ihre Zertifizierung ist nun fast zwei Monate her, hat sich seitdem bei Ihnen etwas verändert?
In der Tat. Unsere Kunden freuen sich über die offizielle Bestätigung unserer Qualität von einer unabhängigen Institution und sehen sich dadurch in Ihrer Entscheidung bestätigt. Doch womit wir weniger gerechnet haben, war die Reaktion anderer deutscher Zahnarztkliniken, die sich bei uns über die Qualitätszertifizierung bei der TEMOS sehr interessiert erkundigt haben.

In der Beurteilung der TEMOS werden Sie als sehr kundenfreundlich und kulant beschrieben, weil Sie Ihren Patienten eine Gewährleistung von bis zu fünf Jahren garantieren, also bis zu drei Jahre länger als es die deutsche Gesetzgebung verlangt. Wieso können sie das?
Ungarn steht im Bereich der zahnmedizinischen Behandlungsmethoden an der Spitze Europas. Die in unseren Kliniken und unserem eigenen Labor eingesetzten Materialien kommen zum großen Teil aus Deutschland, der Schweiz oder Schweden und sind alle qualitätsgeprüft. Auf Wunsch unserer Patienten stellen wir hierfür sogar gesonderte Zertifikate aus.

Frau Jopp, wir bedanken uns für das Interview und den tiefen Einblick, den Sie uns heute in den Bereich des Gesundheitstourismus gegeben haben.

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